Seelenschmerz..


Hier will ich nicht grade unbedingt diesen Standardtext schreiben, weil das ja irgendwo überall steht. Ich habe mit dem ritzen auch so meine Erfahrungen gemacht, deshalb schreib ich euch hier mal meine Geschichte auf.

SVV bedeutet ja normalerweise Selbstverletzendes Verhalten, aber ich schreibe jetzt hier nicht den “normalen Standardtext” obwohl der eigentlich sehr viel informativer wäre, nunja, ich kenn das SVV sehr gut. Ich habe mich selbst mal geritzt, oder tu es immer noch. So genau weiß ich es auch nicht. Ich mach es zwar seit einiger Zeit nicht mehr, aber ob es wirklich überstanden ist, das kann ich erst in 2 Jahren sagen.
Menschen die unter SVV leiden, haben sehr starke/schlimme Probleme. Es belastet sie so sehr, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Sie leiden unter ihren Problemen und es tut ihnen höllisch weh. Sie spüren nichts mehr, außer diesen Schmerz. Deshalb verletzen sie sich, weil sie endlich was anderes spüren wollen, etwas, dass viel stärker ist, als der Schmerz der von ihren Problemen, Sorgen, Ängste, oder etc. etc. kommt. Manche merken innerlich auch schon gar nicht mehr, dass sie am leben sind, und verletzen sich, nur um zu spüren, ob sie noch leben, ob sie noch "da" sind.
Menschen die sich noch nie geritzt haben, werden es niemals verstehen. Sie brigen wirklich absolut KEIN Verständnis dafür auf. Ich spreche aus Erfahrung! Sie versuchen zwar dich zu verstehen, aber schaffen tun sie es nicht. Manche Menschen treiben die Leute, die unter SVV leiden, manch noch tiefer in die Sucht hinein. Woher sollen sie das auch verstehen, wenn sie selbst noch nie in so einem tiefen Loch waren..? Viele reden den Betroffenen noch Schuldgefühle ein, sie merken es zwar nicht was sie sagen und was sie damit anrichten, aber die Betroffenen denken wieder, sie sind an allem Schuld, und stürzen immer wieder tiefer in diese Sucht hinein. Sie denken ja auch, “es ist besser mich selbst zu verletzen, als anderen weh zu tun”. Manche Leute können dafür auch keine Gründe nennen wieso sie es tun, denn sie können es nicht ausdrücken. So war es bei mir auch. Ich konnte nicht sagen wieso, ich spürte es nur innerlich. Meist verstecken sie auch ihre Sucht, denn sie wollen kein Mitleid von Menschen. Schneiden kann man sich mit vielen Gegenständen. Mit Klingen, Messern, Scheren, und vielem anderen auch, dass was einem halt gerade in die Hände fällt.
Oft sind es familiäre Probleme, aber auch genauso viele im Freundeskreis, und wegen dem Partner, mit dem man gerade eine Beziehung führt. Es gibt so viele Gründe dafür, wieso!
Ich finde, man möchte einfach in eine andere Welt entfliehen. Oft ist es auch ein Schritt Richtung Selbstmord. Viele ritzen sich, bevor sie sich umbringen, bevor sie endgültig sagen “ich kann nicht mehr hier leben, jetzt ist schluss!” Doch das heißt nicht, dass jeder der unter SVV leidet, selbstmordgefährdet ist. Es ist bei jedem Menschen verschieden. Bei mir war es so/ist es so. Meine Gedanken kreisten sich oft darum.
Wenn jetzt manche Menschen sagen, “meine Freundin leidet drunter, sie sagte es mir nicht, ich habe es gesehn, doch ich möchte ihr so gerne helfen”, würde ich sagen, dass ihr der Betroffenen sehr viel Zeit lassen solltet. Denn sie wird nicht “mir nichts-dir nichts” alles so erzählen, denn es kostet sehr viel Überwindung damit anzufangen, denn sie selbst denkt ja, sie wäre verrückt, richtig krank. Normalerweise ist man ja dann auch krank, psychisch krank, doch man sollte nie der Person dieses Gefühl vermitteln, denn dann hat man erst Recht verloren, und sie wird gar nichts sagen. Man muss von Anfang an langsam anfangen, und nichts überstürzen. Wenn die Person so weit ist, wird sie reden. Geben sie der Person einfach das Gefühl, dass sie immer für sie da sind, egal was passiert.

Nun schreibe ich hier noch diesen sogenannten "Standardtext" auf, viell. intressiert er euch ja auch?!

SVV bedeutet Selbstverletzendes Verhalten. Man versteht darunter, dass sich jemand durch offene oder heimliche Verletzung selbst Schaden zufügt. Es gibt neben den direkten selbstschädigenden Verhaltensweisen noch die indirekten, damit meint man: ungesundes Ess- oder Trinkverhalten, Rauchen, Essstörungen oder andere Suchterkrankungen. Diese Verhaltensweisen treten stets im Zusammenhang mit mehr oder weniger schwer wiegenden psychischen Problemen auf, die sich auch auf andere Bereiche des Verhaltens und Erlebens erstrecken. Man unterscheidet zwischen offener und heimlicher Selbstverletzung

Offene Selbstverletzung:

Unter offener Selbstverletzung versteht man, wenn jemand sich selber körperliche Schmerzen zufügt, die zunächst nicht in suizidaler Absicht geschehen. Am häufigsten kommt es zu selbstzugefügten Schnittverletzungen mit Messern, Rasierklingen, Scherben oder anderen Gegenständen. Auch Selbstverbrennungen sowie Kratz- und Schürf-wunden fallen unter diese Bezeichnung. Manchmal wird die Haut auch mit einem Reinigungsmittel oder anderen Chemikalien verletzt, oder es wird auf der Haut eine brennende Zigarette ausgedrückt. Prinzipiell kann es auch vorkommen, dass sich jemand zum Beispiel Blut abzapft und in einen lebensgefährlichen Zustand kommt. Mit dem Verlauf der Erkrankung werden die Verletzungen schlimmer und das Verhalten zwanghafter, das bedeutet, dass ein "SVVler" sein Verhalten nicht mehr kontrollieren kann. Oft verletzt sich jemand in einem Zustand der Depersonalisation oder einem anderem dissoziativen Zustand, wie etwa in Zuständen des Gefühls der inneren Leere, nach Alpträumen, bei Schlaflosigkeit, inneren Spannungen und im depressiven Zustand. Sporadisch findet man auch vor der Verletzung Medikamenten-, Drogen-, oder Alkoholmissbrauch.

Heimliche Selbstverletzung:

Die heimliche Selbstverletzung geschieht im Gegensatz zur offenen Selbstverletzung unter willentlicher Kontrolle, allerdings sind die "SVVler" auch hier unbewussten Impulsen unterworfen. Auch hier findet man ein suchtartiges Verhalten. Diese Personen leugnen ihre Versehrbarkeit und nehmen sogar tödliche Folgen in Kauf. Sie haben zunächst keinen Leidensdruck und sind nur schwer dazu zu motivieren ihr Verhalten aufzugeben. Oft wird dieses Verhalten erstmals in Kliniken entdeckt, diese Patienten verweigern notwendige medizinische Maßnahmen und zeigen sich gleichgültig gegenüber ihrem Krankheitsverlauf. Die Ursache der heimlichen Selbstverletzung sind oftmals unbewusste, psychische Konflikte, die sich häufig um heftige Schuldgefühle, Gefühle von Minderwertigkeit und Selbstunsicherheit zentrieren. Zweck der Selbstverletzung ist hier die Selbstbestrafung, die Suche nach der Bestätigung "mein Körper gehört mir", Spannungslinderung oder auch der Wunsch nach Vergewisserung am Leben zu sein, indem man sich durch Schmerzen spürt.

Warum macht jemand so etwas?

SVV ist der sichtbare Ausdruck eines seelischen Notstandes und in der Regel kein Mittel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Selbstverletzungen stellen für sich allein genommen keine Krankheit dar, sondern sind lediglich ein Symptom, und treten immer vergesellschaftet mit einer weiteren psychischen Störung oder Krankheit auf. Das können Depressionen, Angstzustände, Essstörungen, Traumatisierungen, Persönlichkeitsstörungen vom Borderline-Typ usw. sein. Obwohl bei SVV oft Todessehnsüchte auftreten, besteht keine direkte Selbstmordgefahr. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass es im fortgeschrittenen Stadium von SVV mit tiefen, unkontrollierten Schnitten durch Unfälle natürlich zu Todesfällen kommen kann. Im Rahmen der Borderline-Persönlichkeitsstörung besteht hingegen immer ein Selbstmord-Risiko. Menschen, die sich selbstverletzen, stehen unter einem hohen, nicht mehr aushaltbaren emotionalen Druck. Gefühle von Wut, Angst, Trauer, Frustration oder Hilflosigkeit richten sie nicht, wie es oft bei "normaler Erregung und Aggressivität" der Fall ist, gegen andere Menschen oder Gegenstände, sondern gegen sich selbst. SVV muss als eine (hilflose) Art von Selbstfürsorge betrachtet werden, weil es dazu dient Druck, Spannung und Stress abzubauen und weitere Gefährdungen abzuwenden. Das Hinzufügen von körperlichen Schmerzen überdeckt die seelischen Qualen und wirkt dadurch befreiend. Es wirkt besser und zuverlässiger als Medikamente und Gespräche. Den Selbstbeschädigungs-Episoden gehen oft konkrete Versagensängste, Misserfolge, emotionaler Druck, aber auch Selbsthass, intensiv empfundene Einsamkeit oder soziale Isolation voraus. Selbstverletzungen geschehen in der Regel zurückgezogen in einem abgeschiedenen Raum. Sie finden selten spontan statt, sondern häufig erst nach längerem inneren Kampf gegen den Impuls sich zu verletzen. Experten sprechen beim Akt der Selbstverletzung von einer Dissoziation oder auch Selbstentfremdung, was bedeutet, dass die Betroffenen, wenn sie sich verletzen, die Realität nicht mehr wahrnehmen und kein Körpergefühl haben. Sie sind aufgespalten in einen handelnden und einen wahrnehmenden Teil. Sie spüren sich nicht, betrachten ihren Körper praktisch von außen wie einen Fremden. Das erklärt auch, warum sie während des SVVs in der Regel keinen Schmerz empfinden. Die Verletzungen geschehen oft zwanghaft, wie in Trance, manchmal fehlt sogar die Erinnerung daran. Es kann wie ein autistischer Zustand sein. Mit dem Setzen des Schnittes und wenn das Blut fließt, erfolgen Entspannung und Erleichterung, und die Dissoziation wird beendet. Körper und Seele sind wieder eins. Die gefühlte innere Leere verschwindet vorübergehend, Erleichterung und Zufriedenheit kehren ein, und es können wieder klare Gedanken gefasst werden. Eine Suizidgefahr wird durch diesen Mechanismus abgewendet. Mit der Realisierung der neuen Wunden entstehen Scham sowie Wut und Frustration über die eigene Schwäche und Angst vor sozialer Ächtung. Druck baut sich erneut auf. Der Teufelskreis beginnt von vorn. Das Symptom SVV kann sich verselbständigen und beginnen, ein Eigenleben zu führen. Die Gedanken kreisen nur noch um das sich Selbstverletzen - ohne konkreten Auslöser. Man spricht dann von einer Generalisierung.

Warum verletzen sich Menschen selbst?

Auch wenn SVV für Außenstehende meist völlig unverständlich erscheint, hat es doch für die Betroffenen eine wichtige Bedeutung: Beispielsweise dient es als Ventil bei starken inneren Spannungszuständen, hilft ihnen, aus Phasen völliger Verzweiflung und ohnmächtiger Hoffnungslosigkeit aufgrund der starken Reizwirkung wieder herauszukommen (antidepressive Wirkung). Alptraumhafte Abläufe können dadurch verlässlicher unterbrochen werden als durch hochwirksame Medikamente. SVV schafft auch in Zuständen völliger, psychisch bedingter Gefühllosigkeit wieder die Möglichkeit, zu sich selbst Kontakt zu finden, indem dadurch der eigene Körper wieder gespürt wird. Nicht zuletzt dient es manchmal auch als Signal, mit dem an die Umgebung appelliert wird oder als Selbstbestrafung, wenn starke Schuldgefühle nicht anders bewältigt werden können. Das selbst verletzende Verhalten ist oft auch ein Hilferuf, hinter dem sich traumatische Erfahrungen wie sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Gewalt und - durch inneren Rückzug - große Einsamkeit verbergen können. Aber nicht alle Missbrauchsopfer verletzten sich selbst, wie umgekehrt nicht alle Betroffenen Missbrauchsopfer sind. Bei vielen ist es auch die Erfahrung der Vernachlässigung, der Mangel an Zuwendung und Wertschätzung, was dazu führt, sich selbst für das vermeintliche Versagen zu bestrafen oder sich erst durch Schmerzen spüren zu können.

Häufige Erscheinungsformen bei der offenen Selbstverletzung sind:

- Schneiden
- Ritzen
- Kratzen
- Zwicken
- Klemmen
- Beißen
- Offenhalten bzw. Aufkratzen von Wunden / Wundschorf (auch Pickeln, Mückenstichen o.ä.)
- Aufkratzen der Haut
- Stechen
- Ausreißen von Haaren, auch Wimpern oder Augenbrauen
- Verbrennungen
- Verätzungen mit Säuren oder Laugen
- Verbrühungen
- Quetschungen von Körperteilen
- Heftiges Schlagen von Kopf oder anderen Körperteilen an Wände etc.
- Abschnürungen, um Durchblutungsstörungen hervorzurufen
- Schlucken von giftigen Substanzen
 
Zu den bevorzugten Körperteilen gehören (in dieser Reihenfolge):

- Arme, vor allem Unterarme und Handgelenke
- Beine, vor allem Oberschenkel
- Bauch
- Kopf / Gesicht
- Brust
- Genitalbereich

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